Aus diesem Grund verwenden Hacker Bitcoin (BTC)

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Bitcoin wurde vor 11 Jahren eingeführt und ist eine digitale Währung, die unabhängig von der Aufsicht Dritter durch Banken oder Regierungen funktioniert. Aber was macht genau macht es so interessant für Hacker?

Sie ermöglicht es zwei Personen überall auf der Welt, innerhalb von Minuten Werte über das Internet auszutauschen.

Obwohl Bitcoin sich nicht als Transaktionswährung durchgesetzt hat, wird er zunehmend für Betrügereien eingesetzt. Am Mittwoch wurde Bitcoin in einem Hack vieler prominenter Twitter-Konten benutzt. Hacker, die vorgaben, der ehemalige Präsident Obama, Bill Gates und Kanye West zu sein, lenkten die Twitter-Follower dazu an, 1.000 Dollar in Bitcoin zu senden und versprachen im Gegenzug 2.000 Dollar. Sie erbeuteten mehr als 100.000 Dollar, bevor der Betrug eingestellt wurde.

Weshalb haben die Hacker überhaupt Bitcoin benutzt?

Anders als bei der Eröffnung eines Bankkontos müssen keine Identifizierungsinformationen angeben werde, um ein Bitcoin-Wallet zu eröffnen. Bitcoin ist effektiv anonym, und die Strafverfolgungsbehörden können das Bitcoin-Konto nicht einfrieren, wie es bei einem normalen Bankkonto möglich ist.

Eine Bitcoin-Wallet wird von dem Inhaber selbst kontrolliert und genutzt und zwar ohne die Einbeziehung oder Kontrolle einer dritten Partei. Deshalb ist der Bitcoin allein schon vom Prinzip her für Betrügereien gut geeignet.

Die Agentur der Europäischen Union für die Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden sagt, dass Bitcoin eine der beliebtesten Krypto-Währungen für den kriminellen Gebrauch ist.

Rückverfolgbarkeit versus Verschlüsselung

Jede Bitcoin-Transaktion seit dem Start des Netzwerks im Jahr 2009 wurde aufgezeichnet und in einem permanenten, unveränderbaren öffentlichen Buch gespeichert, das jeder jederzeit einsehen und analysieren kann. Dieses Hauptbuch wird als Blockchain bezeichnet.

Jeder kann sehen, welche Aktionen durchgeführt wurden, aber nicht unbedingt von wer dahinter steht. Man kann sich diese Transaktionshistorie als eine Art Fingerabdruck vorstellen. Wenn man den Fingerabdruck mit einer Person verbinden kann, kann diese auch schlüssig identifiziert werden. Bitcoin-Transaktionen mit böswilligen Akteuren in Verbindung zu bringen, ist genau aus diesem Grund zu einem wertvollen Instrument der Strafverfolgung geworden.

Kann man also die Hacker einfach identifizieren?

Die Bewegungen des Geldes kann nachverfolgt werden. Jeder kann sich die Brieftasche die Wallet der Betrüger auf einer Website namens Explorer ansehen und jede Transaktion, die in diese Brieftasche hinein- oder herausgeht, verfolgen.

In einer von ihnen benutzten Wallet wurden fast 400 Transaktionen durchgeführt, die einen Wert von fast 13 Bitcoins (etwa 116.000 Dollar) umfassten. Die Betrüger haben bereits so gut wie alles von diesem Konto abgebucht.

Obwohl es eine ganze Industrie von Softwarefirmen gibt, die ausgeklügelte Programme entwickeln, um die Bewegungen des Geldes für die Strafverfolgung zu tracken, ist die eine Verfolgung über das gesamte Netzwerk hinweg entmutigend.

Da die Betrüger wissen, dass ihre Bewegungen zurückverfolgt werden können, bewegen sie ihre illegalen Gewinne in der Regel über Hunderte oder sogar Tausende von Transaktionen. Sie kontrollieren möglicherweise Dutzende anderer Wallets und bewegen das Geld hin und her.

Dabei hilft ihnen eine spezielle Art von Software namens “Mixer” . Ein Betrüger kann einen bestimmten Betrag an den Mixer schicken. Mixer zerlegt die Transaktion in viele kleinere Transaktionen und “vermischt” sie mit anderen Transaktionen von anderen Leuten. Man erhält dann den gleichen Betrag zurück, es sind jedoch nicht genau dieselben Bitcoin.

Laut Tom Robinson, Mitbegründer von Elliptic, einer anderen Datenanalysefirma, die mit regulierten Börsen zusammenarbeitet, um illegale Gelder zu kennzeichnen ist es zwar ” ziemlich schwierig, Auszahlungen vorzunehmen”, da auf der Blockchain alles sichtbar ist, es gebe aber Möglichkeiten

Patrick McCorry, ein ehemaliger Assistenzprofessor am King’s College London, der sich seit 2013 mit Bitcoin beschäftigt ist der Meinung, dass die Hacker große Schwierigkeiten haben werden, die Bitcoin in Währungen wie den US-Dollar zu transferieren. Wegen der großen Bedeutung des Hacks würden Handelsplattformen wahrscheinlich Bitcoin, die aus den fraglichen Wallets stammen, melden und den Umtausch verweigern.

“Ich glaube nicht, dass sie in der Lage sein werden, das Geld auszugeben”, sagte er. “Sie werden an allen Börsen auf eine schwarze Liste gesetzt, so dass sie mit dem Geld nichts anfangen können.“

Das Geld werden die Leute, die Opfer des Betruge geworden sind jedoch wahrscheinlich nicht mehr wieder bekommen. Wenn es irgendeine Hoffnung gibt, das Geld zurückzubekommen, dann nur, weil die Behörden die Betrüger ausfindig gemacht und die Kontrolle über ihre Konten übernommen haben.

©Bild via Pixabay / Lizenz

   

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